Wir sind jung. Wir sind stark.

Wir sind jung. Wir sind stark. ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Burhan Qurbani aus dem Jahr 2014. Am Beispiel einer Gruppe Jugendlicher erzählt der Film von den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen am 24. August 1992. In den Hauptrollen ist er mit Devid Striesow, Jonas Nay und Trang Le Hong besetzt.
Rostock-Lichtenhagen, am Morgen des 24. August 1992: Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock (ZASt) ist überfüllt, wodurch Sinti und Roma vor dem Haus campieren. Nachdem es in den vergangenen Tagen bereits zu rechtsradikalen Ausschreitungen gekommen war, gleicht die Plattenbausiedlung einem Schlachtfeld. Geplagt von Langeweile lungert eine Gruppe deutscher Jugendlicher in einem Kleinbus herum. Zu ihnen gehören Sandro, der Anführer der Gruppe, der draufgängerische Robbie und Stefan, der Sohn von Martin, einem sozialdemokratischen Lokalpolitiker. Als ein Streifenwagen vorbeifährt, werden die Spannungen zwischen den Jugendlichen und der Polizei deutlich.
OriginaltitelWir sind jung.
Wir sind stark.
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2014
Länge123 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
RegieBurhan Qurbani
DrehbuchMartin Behnke,
Burhan Qurbani
ProduktionLeif Alexis,
Jochen Laube
MusikMatthias Sayer,
Tim Ströble
KameraYoshi Heimrath
SchnittJulia Karg
Besetzung
Devid Striesow: Martin
Jonas Nay: Stefan
Trang Le Hong: Lien
Joel Basman: Robbie
Saskia Rosendahl: Jennie
Thorsten Merten: Peter
Paul Gäbler: Goldhahn
David Schütter: Sandro
Jakob Bieber: Tabor
Swantje Kohlhof: Ramona
Mai Duong Kieu: Thao
Aaron Le: Minh
Larissa Fuchs: Kathrin
Axel Pape: Jürgen
Matthias Brenner: Leiter der Wäscherei
Martin, der Vater von Stefan, gibt im Fernsehen seine Entscheidung bekannt, die Asylbewerber trotz der Bedrohung durch die Einheimischen nicht zu evakuieren. Wenig später muss er mit ansehen, wie sein Vorgesetzter die Sinti und Roma aus Sicherheitsgründen doch evakuieren lässt. Für den Abend sind weitere Proteste durch Einheimische angekündigt, da sich noch zahlreiche Vietnamesen im Gebäude befinden. Da Martin von Stefans Verbindung zu Robbie weiß, macht er sich Sorgen um seinen Sohn, zumal er ihn nicht erreichen kann.
Die Gruppe um Sandro, Robbie und Stefan ist derweil in Sandros Auto unterwegs. Dabei wird Sandro durch Robbie provoziert, der ihm die neonazistische Musik abstellt. Sandro schleppt Robbie daraufhin einige Meter in den Wald, wo er ihn fast zu Tode würgt. Anschließend begibt sich die Gruppe an den Ostseestrand. Dort macht sich Tabor einen Spaß, indem er seinem schlafenden Kumpel Goldhahn, den Robbie wegen dessen Namen zuvor als Juden verspottet hatte, mit Sonnencreme ein Hakenkreuz auf die Stirn malt, das durch den Sonnenbrand fortan sichtbar bleibt. Währenddessen badet Stefan mit Jennie, die ihn dabei küsst.
Am Abend begibt sich die Gruppe um Sandro, Robbie und Stefan zu den Protesten der Einheimischen vor dem „Sonnenblumenhaus“, wie das Asylbewerberheim aufgrund der Wandbemalung auch genannt wird. Die Polizei schützt das Haus und steht zwischen dem Haus und den Protestierenden. Martin versucht währenddessen, die Ausschreitungen zu Hause auszusitzen. Dennoch beginnt er bald, in Stefans Zimmer nach möglichen Hinweisen für dessen Aufenthaltsort zu suchen. Weil er nichts findet und er Stefan beim „Sonnenblumenhaus“ vermutet, begibt er sich dorthin.
Vor Ort hat sich die Polizei mittlerweile vor dem wütenden Mob zurückgezogen. Die Proteste eskalieren, als Stefan den ersten Molotowcocktail in ein Fenster wirft. Kurz darauf wird das Haus gestürmt mit dem Ziel, die Asylbewerber zu lynchen. In blanker Angst versucht sich die Vietnamesin Lien mit ihren Angehörigen in einem der obersten Stockwerke in Sicherheit zu bringen. Lien gelingt es in letzter Minute, ihren unten zurückgebliebenen Bruder mit nach oben zu holen.
Weil sie in den unteren Stockwerken keine Asylanten finden, verwüsten Robbie und Stefan eine der Wohnungen und setzen diese in Brand. Unten vor dem Haus skandiert die wütende Menge „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“. In der Menge ist auch Martin, dessen Gegenprotest aber keine Chance hat. Plötzlich sieht er seinen Sohn auf der Brüstung eines Balkons stehen, der mit Handbewegungen die Menge weiter aufheizt. Mittlerweile ist die Polizei wieder zum „Sonnenblumenhaus“ zurückgekehrt und gewinnt über die Lage allmählich wieder die Kontrolle.
Am nächsten Morgen wacht Lien zusammen mit den anderen Vietnamesen in einem notdürftigen Lazarett auf. Als sie auf die Straße hinaustritt, wird sie von einem Kind mit einem Stein beworfen.


  • Es handelt sich um eine Koproduktion von UFA Fiction, ZDF und Arte.





 








Burhan Qurbani (* 15. November 1980 in Erkelenz ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor afghanischer Herkunft.


 


 

 

 

 

 

 

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