Am Abend aller Tage

 Am Abend aller Tage ist ein deutscher Fernseh-Thriller  des Regisseurs Dominik Graf aus dem Jahr 2016. 

 Offenbar direkt aus einem Liebesabenteuer lässt sich Philipp Keyser zum Termin nach Büroschluss in einem Frankfurter Hochhaus chauffieren. In der dort residierenden Anwaltskanzlei beauftragt eine Runde älterer Damen und Herren den Kunsthistoriker ohne Abschluss mit einem außergewöhnlichen Fall: Suche und Ankauf eines verschollenen Gemäldes „des (fiktiven) Expressionisten Ludwig Glaeden mit dem Namen ‚Die Berufung der Salomé‘.“  Es existiert nur als Staubabdruck auf einem alten Wohnzimmerfoto sowie als Leerstelle in einem Katalog. Doch Philipp verehrt Glaeden und braucht auch das Geld, das offenbar viel weniger eine Rolle spielt, als „die Zeit, die den Herrschaften und mir (…) nicht mehr allzu endlos bemessen sein wird“,  wie die namenlose Wortführerin betont, nachdem sie einen großzügigen ersten Scheck ausstellte. 

Einziger Tipp ist das Gerücht, jetziger Besitzer sei der Erbe des berühmten Kunsthändlers Eckhart Dutt, Magnus Dutt in München.

Deutscher TitelAm Abend aller Tage
OriginaltitelAm Abend aller Tage
ProduktionslandDeutschland
Originalsprachedeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge89 Minuten
RegieDominik Graf
DrehbuchMarkus Busch
Produktion
Markus Gruber, Michael Hild, Bernd Schlötterer
MusikFlorian van Volxem, Sven Rossenbach
KameraMartin Farkas
SchnittClaudia Wolscht
Besetzung
Friedrich Mücke: Philipp Keyser
Victoria Sordo: Alma
Ernst Jacobi: Magnus Dutt
Emma Jane: Sabine
Wolfgang Hinze: Siegbert Meinhardt
Hildegard Schmahl: alte Dame
Walter Hess: alter Herr
Miguel Abrantes Ostrowski: Galerist
Angelika Fink: Galeristin
Heidrun Wehl: Junge Frau
Kim Bormann: Rezeptionistin
Evelyn Plank: Nachbarin
Sascha Maaz: Gärtner

Dort gibt er sich in einer Galerie als Journalist und Doktorand über Glaeden aus, um über Dutts Großnichte Zutritt zu dessen unzugänglichem Anwesen zu erhalten. Alma ist selbst Malerin, bestreitet ihren Lebensunterhalt jedoch profan in einer Großwäscherei und weist Philipp spontan zurück. Ohne Skrupel verführt Philipp zunächst Sabine, Almas junge Kollegin, bevor sie selbst sich Philipp doch mehr und mehr öffnet und sich bald eine Romanze entspinnt. Effektvoll Dutts verkümmerten Garten beackernd kommt Philipp endlich auch diesem näher.
Schließlich entdeckt Philipp während einer von Dutts vielen Abwesenheiten das gesuchte Ziel mit Almas Hilfe im großen, völlig ungeordneten Kunstschatz in dessen Keller. Für Philipps Ansinnen des Kaufs jedoch erweist sich Dutt als vollkommen unzugänglich, da er die Behandlung von Kunstwerken als Wirtschaftsgut und somit deren „Besitz“ grundsätzlich ablehnt: Kunst gehöre nur sich selbst.
Am Ende verschafft sich Philipp das Bild gegen Dutts Willen hinweg mit körperlicher Gewalt. Dutt bleibt gestürzt im Kellergang zurück, dann wird ein Bild verbrannt „und zwei Liebende halten sich in den Armen, so fest umklammert, als könnten sie doch tatsächlich ineinander Halt finden.“

  • Das Drehbuch Markus Buschs basiert auf Henry James’ Novelle The Aspern Papers (deutsch Die Aspern-Schriften) aus dem Jahr 1888 und überträgt dessen Fiktion auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund der Sammlung Gurlitt aus dem „Schwabinger Kunstfund“ im Jahr 2012. 
  • Der Film wurde am 31. Mai 2017 im ARD-Programm Das Erste erstmals ausgestrahlt.
  •  Das Drehbuch ist stark inspiriert vom Fall des Münchener Kunstsammlers Cornelius Gurlitt. An diesen lehnt sich die Person Magnus Dutt ebenso an wie dessen „Vater“ Eckhart Dutt an Cornelius Gurlitts Vater Hildebrand Gurlitt und wie an Gurlitts Anwesen die ersten Bilder des verwunschenen Grundstücks, die sich Protagonist Philipp im Film hinter dem kaum lesbaren Klingelschild bieten.

 

 

 





Dominik Graf

Dominik Graf (* 6. September 1952 in München) ist ein deutscher Film- und Fernsehregisseur.


 


 

 

 

 

 

 

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