Yella

 


Yella ist ein deutscher Spielfilm von Christian Petzold aus dem Jahr 2007. Er handelt davon, wie einer aus der ostdeutschen Provinz stammenden jungen Frau, die unerwartet in der Welt der Risikokapital-Verhandlungen Fuß fasst, der erhoffte Neuanfang zu gelingen scheint. Yellas Weggang aus dem brandenburgischen Wittenberge ist Aufbruch und Flucht zugleich. Einerseits lockt ein Jobangebot in Hannover, noch dazu in ihrem Metier als Buchhalterin. Andererseits will sie sich von ihrem Mann Ben lösen, gegen dessen hartnäckigen, an Stalking grenzenden Widerstand. Am Morgen ihrer Abreise kommt er dem bestellten Taxi zuvor und bittet, sie wenigstens noch zum Bahnhof fahren zu dürfen. Yella willigt ein, blockt aber sein neuerliches Werben ebenso ab wie seinen Vorwurf, dass sie ihn auf der Konkursmasse ihrer gemeinsamen Existenz (Haus und Firma) sitzenlässt.

Bei der Fahrt über eine Brücke verreißt Ben das Steuer, sodass der Wagen in den Fluss stürzt. Beide retten sich ans Ufer und bleiben zunächst erschöpft liegen. Als Yella aus kurzer Ohnmacht erwacht, rafft sie sich auf und erreicht noch den geplanten Zug.

OriginaltitelYella
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2007
Länge89 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
RegieChristian Petzold
DrehbuchSimone Baer
Christian Petzold
ProduktionFlorian Koerner von Gustorf
KameraHans Fromm
SchnittBettina Böhler
Besetzung
Nina Hoss: Yella
Devid Striesow: Philipp
Hinnerk Schönemann: Ben
Burghart Klaußner: Dr. Gunthen
Barbara Auer: Barbara Gunthen
Christian Redl: Yellas Vater
Selin Barbara Petzold: Dr. Gunthens Tochter
Wanja Mues: Sprenger
Michael Wittenborn: Schmitt-Ott
Martin Brambach: Dr. Fritz
Joachim Nimtz: Prietzel
Peter Benedict: Friedrichs Anwalt
Ian Norval: Rezeptionist
Peter Knaack: Insolvenzverwalter
Thomas Giese: Kassierer

Ihre Hoffnung auf den versprochenen Job löst sich jedoch schnell in Luft auf. Ein zweites Angebot des windigen Vermittlers lehnt sie ab, anders als das eines Mitarbeiters einer Private-Equity-Firma. Dieser Mann, Philipp, sucht eine Assistentin mit Yellas Qualifikation: Wenn er mit insolventen Unternehmen über deren Kapitalbedarf verhandelt und das Rendite/Risiko-Verhältnis abwägt, geht es unter anderem auch darum, die Bilanzen zu durchschauen. Für ihren ersten Arbeitstag erhält Yella von ihm 1.000 Euro in bar, verbunden mit ausdrücklichem Lob. Beim zweiten gemeinsamen Termin agieren beide schon wie ein eingespieltes Team. Für Ernüchterung und Wiederherstellung der Rangordnung sorgt Philipp, indem er Yella eine Falle stellt, in die sie unvorsichtigerweise tappt. Sie ihrerseits bemerkt, dass er seine Geschäftspartner betrügt. Vor dem überraschend wieder auftauchenden Ben flüchtet sie spontan in Philipps Arme, verbringt die Nacht mit ihm und begleitet ihn zu einem dritten Termin nach Dessau. Unterwegs weiht er sie in seine Zukunftspläne ein: Das Geld, das er heimlich für sich abzweigt, sammelt er für ein hochlukratives Investmentgeschäft. Seine Frage, ob sie dabei „mitmachen“ will (was impliziert: zunehmend auch als Komplizin und Geliebte), bejaht sie. Als er ihr kurz darauf eröffnet, dass ihm die Entlassung droht, beschließt sie sogar auf eigene Faust zu handeln und den Betrag von 200.000 Euro, der Philipp noch fehlt, mit einem Schlag zu beschaffen, indem sie den Kopf des Dessauer Unternehmens erpresst. Damit jedoch überspannt sie den Bogen, denn er begeht am Tag darauf Selbstmord.
Yella flüchtet; das Bild, das sie weinend in einem Taxi zeigt, geht über in die Anfangssequenz ihrer Fahrt mit Ben über die Brücke mit dem anschließenden Sturz ins Wasser – nun jedoch mit dem Unterschied, dass die beiden am Ufer Liegenden mit einer Plane bedeckt werden.

  • Die Hauptrollen wurden mit Nina Hoss und Devid Striesow besetzt.
  •  Die Filmpremiere war am 14. Februar 2007 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin, der deutsche Kinostart am 13. September 2007. 
  • Nach Die innere Sicherheit und Gespenster ist Yella der letzte Teil von Petzolds Gespenster-Trilogie.
  •  Dass es sich bei den Namen der Protagonistinnen beider Filme, Leyla und Yella, um Anagramme handelt, so Petzold weiter, sei ihm erst „mitten im Schreiben“ des Drehbuchs bewusst geworden.
  •  Michael Althen meint, Petzold habe den Namen der Hauptfigur bei Yella Rottländer entlehnt, der Darstellerin in Wim Wenders' Alice in den Städten.
  •   Hanns-Georg Rodek ergänzt, es gebe einen Anklang an das arabische „Jalla“ („Beweg dich!“) und verweist darauf, dass Yella genau das tue mit ihrem Gang von Ost nach West und dass sie viel Zeit in fahrenden Autos verbringe, neben dem Hotel, der „zweiten Heimat der Unbehausten

 

 

 



Christian Petzold

(* 14. September 1960 in Hilden) ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. Er wird der Berliner Schule zugerechnet und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.



 


 

 

 

 

 

Bild: Der Regisseur Christian Petzold beim Photo Call für den Film "Transit" auf der Berlinale 2018
Von Martin Kraft - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66767535

 

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